Termine & Gottesdienstzeiten  |  Nachrichten  |  Kontakt & Anfahrt
 
Kirchbau PDF Drucken E-Mail

Als mit der Zeit die Zahl der Eilper Katholiken immer größer wurde, vergrößerte sich auch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus und die Schritte dazu wurden immer konkreter. Schließlich war es ein weiter Weg bis in die Stadt zur Marienkirche.

Daher wurde im Jahre 1884 der kath. Kirchbauverein gegründet, der Geld sammelte und den Grundstock für eine eigene Kirche legen sollte. Dieser setzte sich in den folgenden Jahren energisch für seine Aufgabe ein.
Man erwirkte zunächst die Genehmigung des Bischofs, in einem Saal die Sonntagsmesse feiern zu dürfen. So wurde am 23. April 1893 die erste Messe von Pfarrer Knoche aus der Mariengemeinde im “Bet”saal des Gasthofes Carl Steinhauer gehalten. Dieser diente während der nächsten fünf Jahre als “Notkirchlein”, bis zur Fertigstellung der Pfarrkirche.

Im Jahre 1896 wurde dann der Bauantrag sowohl von der bischöflichen Behörde als auch von der Königlichen Regierung genehmigt. Nach einigen Schwierigkeiten, ein geeignetes Gelände für die neue Kirche zu finden, wurde am 12. August 1897 feierlich der Grundstein gelegt. Gut ein Jahr später, am 29. September 1898, konnte unsere Kirche von Herrn Dechant Gipperich aus Herdecke eingeweiht werden.
Als Titel für ihr Kirchlein wählten die Eilper “Herz Jesu”. Papst Leo XIII. leitete um die Jahrhundertwende die Kirche. Er hatte in seiner Enzyklika “Annum Sacrum” den Erdkreis und alle seine Bewohner dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Er schrieb: “Diese Verehrung und Liebe gebührt Jesus Christus, denn er ist unser König und höchster Herr.” Mit der Wahl dieses Titels stellten sich die Gläubigen unter den Schutz des Gottessohnes und Königs Jesu Christi, aus dessen am Kreuz geöffneten Herzen sich die Fülle seiner Liebe ergießt.

Voller Stolz und Zufriedenheit schaute man auf das gelungene Werk. Die Kirche war zwar erst halb fertig und sollte noch weiter ausgebaut werden, der Platz aber genügte, um alle sonntäglichen Kirchenbesucher aufzunehmen.
Mit den Jahren wurde auch der Innenraum mehr und mehr eingerichtet. 1902 wurde eine Kanzel angeschafft, 1908 ein Taufstein aufgestellt, 1913 die Orgel eingebaut.
Auch das Gemeindeleben regte sich: Binnen zehn Jahre gründeten sich alle wichtigen Gruppen und Vereine, die es um die Jahrhundertwende im Kirchenleben gab.

Der Weiterbau der Kirche erwies sich jedoch als schwierig. In der Not des Ersten Weltkrieges und der folgenden Inflations- und Arbeitslosenzeit war das Geld knapp. Zwar bekam unsere Gemeinde Geld über den Ruhrpfennig, sodass 1923 das Gewölbe ausgemalt werden konnte, aber der Kirchraum konnte nicht mit der steigenden Anzahl Gemeindemitglieder wachsen. An Baumaßnahmen während des Dritten Reiches oder des Zweiten Weltkriegs war gar nicht zu denken, wurde doch die Kirche durch das antichristliche Regime in ganz Deutschland massiv unterdrückt.

Zehn Jahre nach dem Krieg hatte sich die Wirtschaft soweit von den Folgen des Krieges erholt, dass die Aufgabe angegangen wurde, unsere Pfarrkirche zu erweitern. Das Geld reichte jedoch nicht aus, die Kirche nach den alten Plänen stilgerecht zu vollenden. Man beschloss, den Erweiterungsbau in Beton auszuführen. In den Jahren 1955/56 konnten die Arbeiten angegangen werden und am 9. September 1956 wurde das fertiggestellte Gotteshaus vom Paderborner Weihbischof Dr. Franz Hengsbach konsekriert.

In den folgenden Jahren wurde unsere Pfarrkirche weiter ausgestattet. Man versuchte die alten Glocken wieder zu finden, die 1940 im Krieg abgegeben werden mussten; trotz vieler Bemühungen gelang dieses nicht. Am Michaelstag 1963 läuteten aus dem Kirchturm deswegen vier neue Glocken.
Außerdem war ein neuer Innenanstrich notwendig. Verbunden damit wurde eine neue Beleuchtung und eine Mikrofonanlage installiert. Leider musste die alte neugotische Kanzel weichen, die darauf angebrachten vier Bildnisse der Evangelisten und von Christus sind jedoch erhalten und an der Rückwand der Taufkapelle angebracht worden.
Die kleine Kapelle neben dem Haupteingang wurde ausgestattet und dem Heiligen Nikolaus von Flüe geweiht.
1970 wurde eine neue Heizungsanlage in die Kirche eingbaut und der Gemeindesaal hergerichtet; der Kirchplatz wurde plattiert.

1974/75 konnte nach langen Vorbereitungen eine grundlegende Kirchenrenovierung in Angriff genommen werden. Es handelte sich in erster Linie um den Altbau, der noch Spuren vom Krieg aufwies. Im ersten Abschnitt ging es um die Außenrenovierung, die Reinigung des Altbaus durch Sandabstrahlung und den Anstrich des Erweiterungsbaus in der markanten roten Farbe. Im Innern musste eine komplette Raumneugestaltung vorgenommen werden; das Zweite Vatikanische Konzil machte das durch seine Liturgieerneuerung notwendig. Dabei gelang es, die ehemalige Ausmalung des nach dem Krieg übertünchten Kirchengewölbes wieder frei zu legen. Der Chorraum und die Seitenkapellen wurden völlig neu gestaltet. Alle Aufbauten im Chor, in der Marien- und Taufkapelle entstanden neu. Die Orgel wurde umgebaut und auf technischen Neustand gebracht.

Bereits 20 Jahre nach dieser ausgiebigen Renovierung konnte man unserer Pfarrkirche die Spuren der Zeit deutlich ansehen. Schon damals wurde ihr äußeres Erscheinungsbild geändert: Der betongraue Turm erhielt seine "provokative" rote Farbe, Holzjalousien wurden in die Schallfenster eingesetzt, die Außenwände sandstrahlgereinigt. Das Kircheninnere bekam ein wesentlich anderes Aussehen, wie z.B. der Altarraum. Der Fußboden wurde mit Steinplatten ausgelegt, die Wände neu gestrichen. Dabei entdeckte man die alten Deckenmalereien, die vormals übermalt worden waren, und entschied sich, diese wieder freizulegen.
Doch mit den Jahren waren die Wände fleckig, grau und rissig geworden. Die große Stirnwand hinter dem Altar wirkte eintönig, beinahe nichtssagend. Auch von außen mußte das Mauerwerk dringend aufgebessert werden.

Im Jahr 1998 feierte die Herz-Jesu-Kirche ihr 100jähriges Jubiläum, dazu sollte sie wieder in neuem Glanz erstrahlen. Dies war daher der Hauptgrund, dass der Kirchenvorstand die Kirchenrenovierung unter der Leitung des Architekten Herrn Helmut Gauglitz beschlossen hatte. Anfang 1997 wurde mit den Arbeiten begonnen. Zuerst wurde die Außenrenovierung vollzogen. Die Kirche wurde vollständig eingerüstet, um die Außenmauern zu sanieren. Dies war insbesonders bei der Betonfassade des Turms nötig geworden. Das Schieferdach wurde neu gedeckt, der Turm erhielt einen neuen Anstrich: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat hatten gemeinsam über dessen farbliche Gestaltung beraten und entschieden. Die Farbkomposition rot und beige findet bei den meisten Zustimmung, erinnert sie doch an die alte Turmfarbe und schafft gleichzeitig einen Übergang zum sandsteinfarbenen Hauptschiff. Die senkrechten Streifen mildern zusätzlich die Mächtigkeit des Turms.
Um die wertvollen Fenster vor Zerstörung zu bewahren und die Wärmeverluste im Winter zu vermindern, wurde eine zusätzliche Schutzverglasung eingesetzt.
Das Innere der Kirche erhielt einen neuen Anstrich, die Bilder der Malerei im Gewölbe wurden gereinigt, die Orgel generalüberholt.
Eine weitere Entscheidung war die Öffnung des Hauptportals an der Giebelseite zur Straße hin, das 1963 mit einem Bundglassteinfenster verschlossen worden war. Durch eine Rampe ermöglicht es jetzt zudem Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern, die Kirche problemlos zu betreten. Denn eine Kirche mit zugemauertem Haupteingang wirkt wenig einladend.