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Als mit der Zeit die Zahl der Eilper Katholiken immer größer wurde, vergrößerte sich auch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus und die Schritte dazu wurden immer konkreter. Schließlich war es ein weiter Weg bis in die Stadt zur Marienkirche. Daher wurde im Jahre 1884 der kath. Kirchbauverein gegründet, der Geld sammelte und den Grundstock für eine eigene Kirche legen sollte. Dieser setzte sich in den folgenden Jahren energisch für seine Aufgabe ein. Im Jahre 1896 wurde dann der Bauantrag sowohl von der bischöflichen Behörde als auch von der Königlichen Regierung genehmigt. Nach einigen Schwierigkeiten, ein geeignetes Gelände für die neue Kirche zu finden, wurde am 12. August 1897 feierlich der Grundstein gelegt. Gut ein Jahr später, am 29. September 1898, konnte unsere Kirche von Herrn Dechant Gipperich aus Herdecke eingeweiht werden. Voller Stolz und Zufriedenheit schaute man auf das gelungene Werk. Die Kirche war zwar erst halb fertig und sollte noch weiter ausgebaut werden, der Platz aber genügte, um alle sonntäglichen Kirchenbesucher aufzunehmen. Der Weiterbau der Kirche erwies sich jedoch als schwierig. In der Not des Ersten Weltkrieges und der folgenden Inflations- und Arbeitslosenzeit war das Geld knapp. Zwar bekam unsere Gemeinde Geld über den Ruhrpfennig, sodass 1923 das Gewölbe ausgemalt werden konnte, aber der Kirchraum konnte nicht mit der steigenden Anzahl Gemeindemitglieder wachsen. An Baumaßnahmen während des Dritten Reiches oder des Zweiten Weltkriegs war gar nicht zu denken, wurde doch die Kirche durch das antichristliche Regime in ganz Deutschland massiv unterdrückt. Zehn Jahre nach dem Krieg hatte sich die Wirtschaft soweit von den Folgen des Krieges erholt, dass die Aufgabe angegangen wurde, unsere Pfarrkirche zu erweitern. Das Geld reichte jedoch nicht aus, die Kirche nach den alten Plänen stilgerecht zu vollenden. Man beschloss, den Erweiterungsbau in Beton auszuführen. In den Jahren 1955/56 konnten die Arbeiten angegangen werden und am 9. September 1956 wurde das fertiggestellte Gotteshaus vom Paderborner Weihbischof Dr. Franz Hengsbach konsekriert. In den folgenden Jahren wurde unsere Pfarrkirche weiter ausgestattet. Man versuchte die alten Glocken wieder zu finden, die 1940 im Krieg abgegeben werden mussten; trotz vieler Bemühungen gelang dieses nicht. Am Michaelstag 1963 läuteten aus dem Kirchturm deswegen vier neue Glocken. 1974/75 konnte nach langen Vorbereitungen eine grundlegende Kirchenrenovierung in Angriff genommen werden. Es handelte sich in erster Linie um den Altbau, der noch Spuren vom Krieg aufwies. Im ersten Abschnitt ging es um die Außenrenovierung, die Reinigung des Altbaus durch Sandabstrahlung und den Anstrich des Erweiterungsbaus in der markanten roten Farbe. Im Innern musste eine komplette Raumneugestaltung vorgenommen werden; das Zweite Vatikanische Konzil machte das durch seine Liturgieerneuerung notwendig. Dabei gelang es, die ehemalige Ausmalung des nach dem Krieg übertünchten Kirchengewölbes wieder frei zu legen. Der Chorraum und die Seitenkapellen wurden völlig neu gestaltet. Alle Aufbauten im Chor, in der Marien- und Taufkapelle entstanden neu. Die Orgel wurde umgebaut und auf technischen Neustand gebracht. Bereits 20 Jahre nach dieser ausgiebigen Renovierung konnte man unserer Pfarrkirche die Spuren der Zeit deutlich ansehen. Schon damals wurde ihr äußeres Erscheinungsbild geändert: Der betongraue Turm erhielt seine "provokative" rote Farbe, Holzjalousien wurden in die Schallfenster eingesetzt, die Außenwände sandstrahlgereinigt. Das Kircheninnere bekam ein wesentlich anderes Aussehen, wie z.B. der Altarraum. Der Fußboden wurde mit Steinplatten ausgelegt, die Wände neu gestrichen. Dabei entdeckte man die alten Deckenmalereien, die vormals übermalt worden waren, und entschied sich, diese wieder freizulegen. Im Jahr 1998 feierte die Herz-Jesu-Kirche ihr 100jähriges Jubiläum, dazu sollte sie wieder in neuem Glanz erstrahlen. Dies war daher der Hauptgrund, dass der Kirchenvorstand die Kirchenrenovierung unter der Leitung des Architekten Herrn Helmut Gauglitz beschlossen hatte. Anfang 1997 wurde mit den Arbeiten begonnen. Zuerst wurde die Außenrenovierung vollzogen. Die Kirche wurde vollständig eingerüstet, um die Außenmauern zu sanieren. Dies war insbesonders bei der Betonfassade des Turms nötig geworden. Das Schieferdach wurde neu gedeckt, der Turm erhielt einen neuen Anstrich: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat hatten gemeinsam über dessen farbliche Gestaltung beraten und entschieden. Die Farbkomposition rot und beige findet bei den meisten Zustimmung, erinnert sie doch an die alte Turmfarbe und schafft gleichzeitig einen Übergang zum sandsteinfarbenen Hauptschiff. Die senkrechten Streifen mildern zusätzlich die Mächtigkeit des Turms.
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